GESPRÄCHE MIT ASTRONAUTEN
Felicia Zeller
PREMIERE: 21.01.2012 / 20.00 Uhr
weitere Vorstellungen:
25.01. / 26.01. / 27.01. / 30.01. / 31.01. / 03.02.2012 // 20.00 Uhr
Sie sind billiger als Billiglohnkräfte und haben keinerlei Rechte. Sie heißen Olanka, Anjuschka, Olga, Irina und kommen aus Ländern wie der Schlamparei, Mogelei, Stohlen, Rostland oder Ukulele. Länder, die ihnen keine Perspektive geben. Das Land ihrer Träume heißt Knautschland. Dorthin kommen sie in der Hoffnung auf ein besseres, schöneres, aufregenderes Leben. Sie sind die Dienstmägde der Globalisierung und nennen sich "Au Pair". "Au Pair" bedeutet "auf Gegenseitigkeit". Was das heißt, diktieren allerdings die anderen. Gegen Kost und Logis erhalten die jungen Frauen eine Lektion nach der anderen im Ökospießertum der ehemals Linksbewegten.
Felicia Zeller stapelt, was da an unterschiedlichen Lebenshaltungen und Bedürfnissen aufeinander prallt, zu einem kakofonen babelschen Turm. Dabei liegt die ihr eigene Sprachkomik nicht in der Übertreibung, sondern im akribischen Notieren der Kommunikationsspiralen und Alltagslitaneien des Ewiggleichen: Die Ausflüchte genervter Au Pairs werden überflutet von den Wortkaskaden gestresster Powerfrauen, unterbrochen von dem Geschrei tyrannischer Kinder ... Einzig die Väter sind nicht hörbar, schweben im All oder kommen gegen halb zehn oder heute vielleicht später oder gar nicht mehr.
AUTORIN
FELICIA ZELLER, 1970 in Stuttgart geboren, lebt heute als freie Autorin und Medienkünstlerin in Berlin. Sie diplomierte 1998 an der Filmakademie Baden-Württemberg mit der CD-Rom "Mut der Ahnungslosen", einer Arbeit zur Dramaturgie nonlinearen Erzählens (gemeinsam mit Rigoletti M.). Sie schreibt Theatertexte, unter anderem Bier für Frauen, Club der Enttäuschten, DEUTSCHES HYSTERISCHES MUSEUM, KASPAR HÄUSER MEER und Ich Tasche. Ihr erster Prosaband Einsam Lehnen am Bekannten erschien 2008 im Lilienfeld Verlag Düsseldorf. Sie erhielt die unterschiedlichsten Stipendien, Förder- und Autorenpreise. Gespräche mit Astronauten wurde eingeladen zu den Mühlheimer Theatertagen 2011, den Autorentagen Berlin 2011 und Fàcyl Salamanca 2011.
Was die Presse sagt:
"...in dieser Sprachperformance brilliant vorgetragen und vielfältig nuanciert"- theaterkritiken.com
Regie:
Sahar Amini
Bühne und Kostüm:
Claudia Stolle
Licht:
Peter Arne Friedrich
Ton:
Julian Terletzki
Maske:
Sabrina Reuschl
Regieassistenz:
Jana Brestel
Mit:
Agnes Burger
Tatjana Günther
Mila Kostadinovic
Viktoria Lewowsky



